21. März 2010

Holz – der Rohstoff der Zukunft?

Die Verwendung von Holz im industriellen Maße nimmt wieder stark zu. Wird Holz in Zukunft den Markt voll beherrschen und andere derzeit beliebte Rohstoffe in den Schatten stellten?

Mit dem Beginn der Industrialisierung und der dadurch zunehmenden Verarbeitung von Eisen zu Stahl sowie dem späteren Einsetzen von Beton und anderen modernen Werkstoffen geriet das Holz als Rohstoff zunehmend in Vergessenheit. Doch durch aktuelle Probleme, wie zum Beispiel die kleiner werdenden Rohstoffvorkommen der endlichen Werkstoffe, wird Holz wieder interessanter.

Holz ist als ein vielseitiger und im Vergleich zu Stahl und Aluminium nachwachsender Rohstoff zu betrachten.
Die Fakten zur weltweiten Holznutzung belegen die große Beliebtheit dieses Rohstoffes. Die weltweite Gesamtmenge des zur Verfügung stehenden Holzes beläuft sich auf 422 Gigatonnen, wobei eine Gigatonne eine Milliarde Tonnen entspricht . Jährlich werden knapp 3,2 Milliarden m³ Rohholz geschlagen, davon knapp 50% in den Tropenländern rund um den Äquator. Rund 50% des globalen Holzaufkommens werden als Brennholz verwendet, das liegt vor allem daran, dass in den Tropenländern Alternativen nicht vorhanden sind; in Europa hingegen werden nur etwa 20% als Feuerholz verwendet.
Holz bietet eine Vielzahl an positiven Eigenschaften, die eine breite und vielfältige Nutzung ermöglichen. Unter anderem ist dieser natürliche Rohstoff in der Lage, seine Feuchtigkeit jederzeit an das Umgebungsklima anzupassen, das heíßt es entsteht ein gewisser Spielraum, in dem das Holz verwendet werden kann. Dadurch eignet es sich in fast allen Teilen der Erde als Baumaterial.
Des Weiteren besitzt der Rohstoff zahlreiche gute thermische Eigenschaften: Es eignet sich ideal zur Wärmedämmung von Gebäuden. Im Vergleich zu Eisen ist Holz in der Lage, vier Mal so viel Wärme zu speichern. Und auch die ästhetischen Faktoren, die das Holz als Baumaterial so beliebt machen, sollten nicht außer Acht gelassen werden. Durch die sinnlichen Farben und Strukturen entsteht nahezu automatisch eine gemütliche, einladende Atmosphäre. Die Ökobilanz, also das Verhältnis zwischen dem Energieaufwand bei der Herstellung und Verarbeitung ist bei Holz im Vergleich zu den anderen bekannten Rohstoffen sehr gering.

Anders als Eisen und Beton ist Holz biologisch abbaubar, das heißt, dass es durch verschiedene im Boden enthaltene Organismen zersetzt werden kann. Dadurch entsteht keine Verunreinigung von Grundwasser oder Bodenflächen. Dieser Aspekt hat allerdings auch einen Nachteil der nicht außer Acht gelassen werden sollte. Beschäftigt man sich nicht lange genug mit der Pflege, können in manchen Fällen unerwünschte Schimmelpilze ihr Unwesen treiben. Außerdem besteht die Gefahr, dass Insekten, beispielsweise die Larven der Nagekäfer, das Holz als Schlüpfort wählen und dabei die Strukturen zerstören.
Ein weiterer Nachteil, der sich besonders auf den Sicherheitsaspekt beruft, ist die schnelle Entflammbarkeit dieses Materials. Schon ein brennendes Stück Papier kann ausreichen, ganze Gebäude zu zerstören. Natürlich hängt dies von der verwendeten Holzsorte und seiner Bearbeitung mit zum Beispiel chemischen Imprägnierstoffen ab.
Dieses für die Menschen überaus nützliche Pflanzenprodukt lässt sich in den verschiedensten Bereichen verwenden. Es eignet sich ideal als Bauholz, also entweder Vollholz, Brettschichtholz oder als Holzwerkstoff. In den 30er Jahren zum Beispiel wurden Funktürme von Radiosendern komplett aus Holz errichtet, da Holz die Eigenschaft besitzt, den elektrischen Strom nicht zu leiten. Auch heute besitzt die Deutsche Telekom noch zwei 54 m hohe Funktürme. Auch viele Möbel sowie Bodenbeläge bestehen aus Holz.
Besonders Speditionen setzen auf den Werkstoff Holz. Dabei werden Güter auf Holzpaletten geladen oder in Holz- oder Pappkisten gelagert.

Auch bestehen viele Sportgeräte, wie zum Beispiel die Stange des Recks, wegen der elastischen Eigenschaften des Holzes aus diesem Werkstoff.
Neben der Verwendung als Baumaterial eignet sich Holz auch für andere Produkte. Darunter sind unter anderem die Alltagsprodukte Papier, Pappe, aber auch Zelluloseprodukte wie Zelluloid und Viskosefasern.
Außerdem besitzt Holz auch eine große gespeicherte Energie. Diese kann in Biomassekraftwerken durch chemische Prozesse freigesetzt werden. Das entstandene Gas kann später für den Antrieb von Turbinen benutzt werden. Das komplette Verfahren ist dabei CO2-neutral, außerdem ist durch Nachhaltigkeit gerodetes Holz regenerativ.
Durch Umweltmaßnahmen wird versucht, auch für folgende Generationen den Rohstoff Holz zur Verfügung stellen zu können. Durch die starke Abholzung weltweit, aber auch in Europa, ist dies dringend notwendig. Im Jahr 2007 wurden 76,7 Festmeter Rohholz in Deutschland geschlagen, insgesamt verfügt es über ca. 3,4 Milliarden Vorratsfestmeter. Damit hat es den absolut höchsten Holzvorrat Europas. Prozentual gesehen haben Finnland, Schweden und Slowenien die größten Holzvorräte zu verzeichnen. Weltweit werden nur ca. 2% der national eingeschlagenen Holzmenge in andere Länder exportiert. Die Hauptverarbeitung zu Produkten wie Bauholz oder Papier erfolgt aus logistischen Gründen in den jeweiligen Ländern. Die wichtigsten Holzsorten in Europa sind die Fichte, die Kiefer, die Buche sowie die Eiche.

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2 Kommentare

  1. shibumi sagt:

    wenn alle mit holz heizen, dann wird auch dieser rohstoff knapp werden. ein gesundes mix ist die lösung.

  2. niggi sagt:

    dass holz jetzt wieder so beliebt zum heizen wird, ist nicht gut! wir sägen auf dem ast auf dem wir sitzen. alternative energien wie solar o.ä. sind da schon geeigneter.

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